TolnaEs gibt nur wenige Gebiete die noch so eine reichhaltige Auswahl an Naturschönheiten und geschützte Gebieten ausweist, wie das Komitat Tolna.
Auf den feuchten Wiesenflecken zwischen den Tälern blühen das Fleischfarbene Knabenkraut, die Natterzunge, die Mücken-Händelwurz und das Studentenröschen. Im Lößgebiet zwischen Paks und Dunaföldvar lebt der Meerkohl.In den Überschwemmungsgebieten entlang des Sio und der Scharitz entfalten die Blüten der Bastard- und der sibirischen Schwertlilie ihre Pracht. Besondere Sehenswürdigkeite und Seltenheiten sind der Orchideenwald von Bogyiszló und das Tolnauer Wiesenfeld.

In den Wäldern gibt es eine reiche Vogelwelt. Der Brutbestand an Seeadlern und Schwarzstörchen ist für ganz Europa wertvoll und bedeutend. Zur Zeit läuft ein Versuch, die Biber zurück zu siedeln.

Die Waldungen des Szekszárder und des Geresder Hügellandes bieten Unterkunft für die Gemswurz, in den Buchenwäldern beider Landschaften und den Wäldern in der Umgebung von Lengyel und Váralja lebt der größte Specht Ungarns, der Schwarzspecht, in dessen verlassenen Höhlen die Hohltaube brütet. Dort findet man entlang der Bäche auch die Gebirgststelze.

Weißstörche und Reiher sind weit verbreitet und manchmal kann man an toten Flussarmen den Fischotter beobachten. An den Abenden tauchen dann die Schleiereulen auf, die ebenso wie die Fledermäuse hauptsächlich in den Türmen der Kirchen nisten.

Zwei Gebieten sollen hier aber besonders erwähnt und herausgestellt werden: Das Naturschutzgebiet von Gemenc und das Reservat von Gyula. Gemenc hat in seiner Eigenart einen besondere Stellung. Hier kann man neben Rotwild und Schwarzwild eine reichhaltige Vogelwelt beobachten, wo unter anderem der selten Schwarzstorch (link auf Englisch) und Seeadler lebt.

Hirsch in Gemenc Nur wenige Kilometer von Gunaras entfernt finden wir das weltberühmte - und das ist hier keine Übertreibung - Gyulaj. Seinen weltweiten Ruf verdankt dieses Dorf mit 1.600 Einwohnern nicht seinen Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr seinem Wildreservat. Bereits 1357 wurde der Ort urkundlich erwähnt und bestand ehemals aus zwei Ortsteilen: Gyulaj, wo die Ungarn wohnten und Jovánca, die Siedlung der Zaizen, wie hierzulande die nach der Türkenherrschaft hier gebliebenen griechisch-orthodoxen Südslawen genannt wurden. Von den heutigen Einwohnern wird auf die einfachste und bündigste Weise bestimmt, wo die ehemalige Grenze verlief. "Wo es noch Wein gibt, ist Gyulaj, wo der schon alle ist, ist Jovánca".
Der Wald, in dem ein Teil der Gyulajer Einwohner sein Brot verdient, beherbergt den berühmtesten Damwildbestand Europas.

Damwild in GyulajDas Reservat ist 7.800 ha groß und besteht zu 90% aus Wald, unter anderem ist dort auch die Ungarn seltene unagrische Eiche vertreten. Gelb blüht im Frühling die Kornelkirsche, aus ihren fleischigen Früchten wird in guten Jahren der "Barcogó"-Schnaps gebrannt. Es gedeihen das Adonisröschen, die Nieswurz und der Csapody-Krokus.
Im Wald von Gyulaj leben der Seeadler und Kolkrabe, im Sommer sieht man oft Schwarzstörche. Bienenfresserkolonien kann man in den Lößwänden entdecken udn auch der Mäusebussard geört zur Fauna des Gebietes.Gyulaj ist aber vor allem wegen seines über 3.000 Tiere zählenden Damwildbestandes bekannt. Massenhaft leben hier gefleckte, selten sind schwarze und nur vereinzelt gibt es in der gegend weiße Damhirsche.
Reichlich vorhanden sind auch Hirsche und Schwarzwild.